Neurochirurgie für dem Raum Bochum verweist auf Pilotstudie zu Kontrastmittel Ferumoxytol

BOCHUM. Zufallsbefund Aneurysma – durch die modernen bildgebenden Verfahren fallen asymptomatische Aneurysmen im Gehirn nicht selten zufällig auf. Von einer solchen Gefäßaussackung im Gehirn sind rund ein Prozent der Erwachsenen betroffen. In der Folge kommt es in Deutschland zu jährlich rund 8.000 Fällen von Hirnblutungen durch eine Ruptur des Aneurysmas, die bei etwa 50 Prozent der betroffenen Patienten einen letalen Ausgang hat. Doch wie lässt sich bei zufällig entdeckten Aneurysmen im Gehirn die Rupturgefahr einschätzen und die Entscheidung für eine elektive Versorgung verlässlich treffen? Die Neurochirurgen am Diakonie-Klinikum Jung-Stilling in Siegen, die auch Patienten aus Bochum und Umgebung behandeln, treffen diese Entscheidung stets individuell. Sie orientieren sich an verschiedenen Faktoren wie Bluthochdruck, Nikotin oder erhöhtem Alkoholkonsum, dem Alter des Patienten, Größe und Lage des Aneurysmas und ob bereits zuvor ein Aneurysma rupturierte. Eine amerikanische Pilotstudie(1) deutet zudem an, dass sich eine erhöhte Rupturgefahr im MRT zeigt, wenn sich das Kontrastmittel Ferumoxytol rasch im Aneurysma anreichert.

Neurochirurgie für Bochum: Schnelle Anreicherung von Kontrastmittel Hinweis auf Rupturgefahr?

Die Studie schloss 30 Patienten mit einem zufällig entdecktem Hirnaneurysma ein. Sie erhielten Ferumoxytol und wurden 24 Stunden später dahingehend geprüft, ob sich das Präparat in der Gefäßwand angereichert hatte. Bei sieben Patienten zeigte sich eine Anreicherung des kolloidalen Eisen-Kohlenhydrat-Komplexes in der Gefäßwand. Vier dieser Patienten wurden operiert, drei weiter beobachtet. Bei allen nicht operierten Patienten rupturierten die Aneurysmen in einem Zeitraum von sechs Monaten. In der Vergleichsgruppe, die das Kontrastmittel nur langsam innerhalb von drei Tagen anreicherte, wurde ebenfalls die Hälfte operiert, die andere Hälfte überwacht. In den folgenden sechs Monaten zeigte keiner dieser Patienten eine Aneurysma Ruptur.

Risiko ist stets individuell zu bewerten, weiß Neurochirurg für die Region Bochum

Um das Ergebnis der Pilotstudie zu untermauern, braucht es jedoch weitere monozentrische Studien. Prof. Dr. med. Veit Braun, Chefarzt der Neurochirurgie am Diakonie Klinikum Jung Stilling, betont, dass es im Einzelfall wichtig ist, das individuelle Rupturrisiko gegen das Risiko durch ein mikrochirurgisches Clipping oder ein endovaskuläres Coiling zur Versorgung des Aneurysmas abzuwägen. Studien zufolge liegt das Risiko von neurologischen Schäden durch eine Operation bei vier Prozent. „Bei einigen Patienten ist dieses Risiko höher als das Risiko einer Aneurysma Ruptur. In einem solchen Fall empfehlen wir eine Verlaufskontrolle“, betont der erfahrene Neurochirurg für die Region Bochum.

(1) Hasan, David; Chalouhi, Nohra; Jabbour, Pascal; Dumont, Aron S.; Kung, David K.; Magnotta, Vincent A.; Young, William L.; Hashimoto, Tomolo; Winn, H. Richard; Heistad, Donald (2012): Early change in ferumoxytol-enhanced magnetic resonance imaging signal suggests unstable human cerebral aneurysm: a pilot study. In: Stroke 2012 Dec; 43(12): 3258-65.

Professor Dr. med. Veit Braun ist Chefarzt an der Neurochirurgie am Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Kopfoperationen wie bei Hirntumor, Aneurysma, Angiom oder Jannetta werden in hochmodernen Operationssälen mit 3D-Bildwandler, Neuronavigation, Fluoreszenz und Neuromonitoring durchgeführt. Das gesamte Spektrum der modernen Neurochirurgie wird geboten. Das ärztliche Team der neurochirurgischen Abteilung innerhalb des Klinikums besteht aus 13 Mitarbeitern, von denen 6 Fachärzte für Neurochirurgie sind.

Kontakt
Diakonie Klinikum Jung-Stilling-Krankenhaus Neurochirurgische Klinik
Prof. Dr. med. Veit Braun
Wichernstraße 40
57074 Siegen
02 71 3 33-43 82 oder -42 21
[email protected]
http://www.neurochirurgie-diakonie.de

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