
In vielen Krankenhäusern beginnt das Wunder des Lebens ziemlich profan: Kreißsäle zeichnen sich landauf, landab eher durch Funktionalität aus denn durch eine Atmosphäre, in der sich die werdenden Mütter wirklich wohl fühlen. Die Gebärende hat auch bei einer problemlosen Geburt meist eine Anhäufung von Apparaten und Schläuchen im Blick – und auch der zweite Teil des Wortes, Kreiß-Saal, ist oft wörtlich zu nehmen: Die Privatsphäre lässt, dank unpersönlicher Einrichtung, in vielen Fällen zu wünschen übrig.
Zahlreiche Kliniken scheinen sich mit dieser Situation abgefunden zu haben, nicht so das Städtische Krankenhaus Pirmasens. Werdende Mütter, die den neu gestalteten Kreißsaal im Krankenhaus der Schuhmetropole betreten, empfängt die Wohlfühl-Atmosphäre einer Wellness-Einrichtung. Zu diesem Eindruck tragen die warmen Farben ebenso bei wie die neue Aufteilung der Räume.
Neu ist zum Beispiel das Elternzimmer, in dem sich die Frauen gemeinsam mit ihren Partnern aufhalten und sogar übernachten können, wenn sich der erhoffte Nachwuchs mittels Wehen angekündigt hat, aber dennoch auf sich warten lässt. Beide Kreißsäle bieten die Möglichkeit einer Wassergeburt oder laden die Patientinnen während der Wehen zur Entspannung in der Geburtswanne. In einem ergonomisch eingerichteten Badezimmer können sich die Frauen schließlich von den Strapazen ihrer Niederkunft erholen.
„Selbstverständlich geht das Ambiente nicht zu Lasten der medizinischen Versorgung“, versichert Krankenhaus-Geschäftsführer Dipl. oec. Martin Forster. Im Gegenteil: „Durch die Gesamtstruktur unserer Geburtsklinik können wir die werdenden Mütter in den letzten Stunden der Schwangerschaft noch effektiver begleiten als bisher.“ Gleichzeitig aber können sich die Mediziner im Hintergrund halten, wenn ihre Hilfe nicht benötigt wird.
Aus diesem Grund wurde auch der mit modernster Medizintechnik ausgerüstete Untersuchungsbereich räumlich von den Kreißsälen getrennt, erklärt Dr. Abdolhamid Huschmand Nia. Im Blick auf die medizintechnische Ausstattung verweist der Chefarzt unter anderem auf ein hoch modernes 3D-Ultraschallgerät mit der Möglichkeit zur Doppleruntersuchung, die eine Messung der Blutflussgeschwindigkeit bei Mutter und dem ungeborenen Kind ermöglicht. Ebenfalls mit eigenen Räumen ist die Schmerztherapie des Hauses, als Teil der Anästhesie, direkt an die Geburtsklinik angegliedert.
Nach Ansicht von Krankenhaus –Geschäftsführer Forster ergänzt das Erscheinungsbild des modernisierten Kreißsaals den guten Ruf, den das Krankenhaus Pirmasens in dieser Hinsicht schon seit Jahren genießt. Besonderen Wert legt Forster in diesem Zusammenhang auf die enge Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Frauenärzten, der Hebammengemeinschaft, den Kinderärzten des Städtischen Krankenhauses und der Geburtsklinik. Das sei – ergänzt Chefarzt Dr. Huschmand Nia – ein wichtiger Baustein des Konzeptes, um beispielsweise Risikoschwangerschaften zu begleiten. Vor allem für diese Gruppe der werdenden Mütter sei die Anwesenheit eines entsprechend spezialisierten Facharztes für Kinderkrankheiten während des Klinikaufenthaltes und die Tatsache, dass Kinder- und Frauenklinik auf einer Ebene des Krankenhauses untergebracht sind, von besonderem Wert.