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Kultur | 07.08.2009 17:43  Drucker

Ein venezianischer Mediator und das Augsburger Friedensfest


Es war der Diplomat Alvise Contarini, der seinen Auftrag „unabhängig von den Begehrlichkeiten der Parteien während beinahe fünf Jahren unverdrossen erfüllt hat“ und so schließlich erreichte, dass 1648 der Westfälische Friede geschlossen wurde. Für die Augsburger Protestanten leitete dieser Vertrag das Ende ihrer Unterdrückung durch Kaiser Ferdinand II. ein. Begonnen hatte ihre Leidenszeit am 8. August 1629, als ihnen der streng katholische Regent die Ausübung ihres Glaubens untersagte.  Heute wird in Augsburg alljährlich am 8.8. das Hohe Friedensfest gefeiert – ein gesetzlicher Feiertag, den es nur in der Schwabenmetropole gibt.

Ein venezianischer Mediator und das Augsburger Friedensfest

Über alle (Religions-)Grenzen hinweg miteinander reden, steht im Mittelpunkt der städtischen Veranstaltungen,  genau wie damals, als der Ritter Contarini, wie er später in der Präambel zum Friedensvertrag genannt wird, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln suchte. Auf welche Weise der Venezianer dabei vorging, wird in dem Buch „Homo mediator. Geschichte und Menschenbild der Mediation“ beschrieben. Dessen Autor, Prof. Dr. Dr. Joseph Duss-von Werdt, arbeitet u.a. am Beispiel Contarinis heraus, welche Persönlichkeiten unter welchen Bedingungen erfolgreich mediierten, und liefert so mögliche Orientierung für die Gestalter moderner Mediation. Seine „Einführung in Mediation“ gehört im entsprechenden Studiengang der Fernuniversität Hagen, wo Duss-von Werdt seit 1998 lehrt, zur Pflichtlektüre. Vor allen Fertigkeiten, die ein Mediator zu beherrschen hat, ist es für den Schweizer der Respekt vor dem Gegenüber, der das Handeln eines solchen Vermittlers leiten sollte. Seine vornehmste Aufgabe: Verständnis wecken. Auch und gerade dort, wo unterschiedliche Religionen aufeinander treffen. Duss-von Werdt zitiert den Philosophen Lullius, der schon im 13. Jahrhundert für ein permanentes Aufeinander-Zugehen, eine niemals nachlassende Bereitschaft zum Gespräch plädierte und damals bereits prophezeite, keiner der Gesprächspartner werde den Ort den Dialogs so verlassen, wie er ihn betreten habe.

 

Über die verändernde Kraft der Mediation, über die Parallelen zwischen ihr und dem Konzept einer Demokratie, über Ausbildung, Haltung und Menschenbild des Mediators spricht Duss-von Werdt im Video-Interview des Internetportals Mediation-und-Unternehmenskultur.de . Die einzelnen Beiträge (im Video) sind kostenlos abzurufen unter der Adresse: www.mediavan.de/Lexikon

 

Das Video-Lexikon wird von der TV-Produktionsgesellschaft Media Van unterstützt. Derzeit stehen mehr als 200 Videos von Fachleuten aus unterschiedlichen Themenbereichen zum Download zur Verfügung.

  Das Unternehmen:
Die Media Van TV-Produktionsgesellschaft mbH mit Sitz in Holzkirchen südlich Münchens ist seit 14 Jahren zuverlässiger Partner deutscher und internationaler TV-Anbieter und großer Unternehmen für Außenübertragungen und broadcastfähige Aufzeichnungen. Zu den Auftraggebern gehören ARD, ZDF, Sky, ORF, Porsche, Audi, BMW,Volkswagen, Suzuki und Sony.

 Informationen

Quelle: mediavan.de
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