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Sport | 09.02.2009 16:09  Drucker

Homosexualität im Fussball - Ein Tabu


Homosexualität im deutschen Männerfußball - Ein Tabu


Geschrieben und recherchiert von Alexander Stauss


Denken Sie an Fußball, so denken Sie wahrscheinlich an Ihren Lieblingsverein, an Stadionbesuche sowie an Bier und Wurst. Kaum aber einer denkt dabei an Homosexualität. Fußball gilt selbst im 21. Jahrhundert immer noch als Männerdomäne. Betrachten Sie sich den deutschen Profifußball, so werden Sie feststellen, dass es noch kein einziges „Coming-Out“ gegeben hat. Der bekannteste Fall in Deutschland war der von Heinz Bonn.Er war in den siebziger Jahren Bundesligaprofi beim Hamburger Sportverein (HSV). Der Fußballer des
HSV wurde 1991 tot in seiner Hannoverschen Wohnung gefunden, erstochen von einem Strichjungen.

Heinz Bonn wurde ermordet, noch bevor er sich zu seiner sexuellen Gesinnung äußern konnte. Erst nach seinem Tod kam heraus, dass er homosexuell war.
Der Fußballer hatte sehr darunter zu leiden, dass er sich zu seiner Gesinnung nicht äußern konnte. Der Bundesligaprofi galt beim HSV als harter aber fairer Spieler.

Einerseits ein "harter Hund", auf der anderen Seite „schwul“, dass passt nicht in  das Bild von vielen Fußballfans und Mannschaftskameraden, aber wieso nicht?
„Schwule“ gelten nach den heutigen Klischees als weiblich und sensibel genau dieses Bild passt nicht in den vorgefertigten Rahmen der Fußballfans. Die Spieler haben Angst vor einem „Outing“, weil sie befürchten in den Stadien ausgepfiffen zu werden.

Sie haben Angst vor Konsequenzen im Verein, vor Mitspielern oder Funktionären. Was genau passieren kann, zeigt der Fall des britischen Fußballprofis Justin Fashanu. Er spielte Anfang der achtziger Jahre für den englischen Erstligisten Nottingham Forrest.
Justin Fashanu versuchte mit einer heterosexuellen Beziehung von seiner Homosexualität abzulenken. Als seine geschlechtliche homosexuelle Gesinnung allerdings zu seinem damaligen Trainer durchdrang, entließ er Justin Fashanu. Von diesem Knick sollte sich die Karriere des britischen Fußballers nicht mehr erholen. Im Jahre 1989 verkaufte Justin Fashanu sein „Coming-Out“ für circa 102.000 € an die britische Zeitung „The Sun“.
Als Justin Fashanu der Presserummel um seine Person zu groß wurde, siedelte er in die USA über. Dort beschuldigte man ihm 1998 der Tat einen 17-jährigen vergewaltigt zu haben. Er bestritt diese Anschuldigung, wurde vom Gericht nicht verurteilt, aber von der Presse als schuldig vorverurteilt. Aus diesem Grund tauchte er ein weiteres Mal ab – diesmal in
Großbritannien. Am zweiten Mai 1998 wurde Justin Fashanu erhängt in seiner Garage gefunden. In seinem Abschiedsbrief gab er an, unter dem Druck zu leiden, sowohl „schwul“ zu sein als auch ein Mensch des öffentlichen Interesses.
Der Boom um die deutsche Nationalmannschaft ist nach wie vor ungebrochen. Selbst in den Reihen des Nationalteams soll es laut Corny Littmann (Präsident des Fußball Zweitligisten
FC St. Pauli und selbst „schwul“) Homosexuelle geben. Um den Schein der Homosexualität zu wahren, gibt es Agenturen die den Fußballern Frauen an die Seite stellen, nur um als nicht Homosexuell zu gelten. „Würde sich eine Persönlichkeit wie Franz Beckenbauer als „schwul“
äußern, so würde es für die Nachfolgenden um einiges leichter werden“, so Corny Littmann weiter, „da Beckenbauer eine große Vorbildfunktion besitzt“. Er glaube aber, dass es noch circa zehn Jahre dauern werde, bis sich jemand „oute“. Äußerungen wie jüngst vom Trainer des 1. FC Köln (Christoph Daum) tragen ebenfalls dazu bei, dass homosexuelle Fußballer es nicht wagen sich zu „outen“. Christoph Daum stellte klar, dass gegen jegliche gleichgeschlechtliche Bestrebungen im Fußball vorgegangen werden müsse. Den Vorschlag des Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Doktor Theo
Zwanziger, den Fußball stärker für Homosexualität zu sensibilisieren wies Christoph Daum zurück. Der Trainer des 1.FC Köln drückte in seinem Statement aus, dass die Freiheit des Sports, sich einer Homosexualität zu öffnen, nicht an dem Schutz der Kinder scheitern darf.
Demnach stellte er Homosexuelle auf eine Stufe mit Gewalttätern. Diese Aussage relativierte Christoph Daum kurze Zeit später aber wieder, indem er sagte, dass Kinder vor sexueller Gewalt sowohl von homosexuellen als auch von heterosexuellen Menschen geschützt werden sollte.
Aufgrund der konservativen Darstellung des Profifußballs würde es jeder Homosexuelle schwer haben und würde auf eine große Ablehnung treffen. (Yves Eigenrauch, Ex-Profi von
Schalke 04).
In der heutigen Zeit, sollte eine Aufklärung in jeglicher Hinsicht stattfinden. Es kann nicht
angehen das Homosexuelle als eine Randgruppe diskriminiert werden, die schon fast keine Randgruppe mehr ist.
In den Augen des Autors versucht jeder, der Homosexuelle diskriminiert von eigenen Problemen abzulenken.
Es sollte klar sein, das immer der Mensch im Vordergrund stehen sollte und nicht seine
sexuelle Gesinnung, damit es nicht zu solch schrecklichen Gewalttaten wie im Beispiel von Heinz Bonn, oder zu Verzweiflungstaten wie am Beispiel von Justin Fashanu - kommen kann.

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,324932-3,00.html

http://www.ballesterer.at/index.php?art_id=528

http://de.wikipedia.org/wiki/Justin_Fashanu

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?id=13470546&top=SPIEGEL

http://www.stern.de/sport-motor/fussball/:Fu%DFball-Homosexualit%E4t-Daum-Schwule/621392.html

http://www.bild.de/BTO/sport/aktuell/2006/01/26/fussball-schwul/fussball-schwul.html

http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/12/15/dokument.html?titel=%22Das+war+quasi+Notwehr%22&id=28415121&top=SPIEGEL&suchbegriff=&quellen=&vl=0

 

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 Informationen

Quelle: http:// http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,324932-3,00.html http://www.ballesterer.at/index.php?art_id=528 http://de.wikipedia.org/wiki/Justi
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