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Standard-ProfilbildHochschule Reutlingen, Fakultät Informatik
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Wissenschaft | 26.04.2010 10:40  Drucker

In Reutlingen ist erstmalig Promotion an einer Hochschule möglich


Reutlingen. Die Fakultät Informatik der Hochschule Reutlingen geht neue Wege bei der Promotion ihrer Absolventen. Ab dem kommenden Wintersemester können Studierende der Fakultät ihre Promotion in Reutlingen absolvieren. Bisher mussten die Absolventen dazu an eine Universität wechseln, da Hochschulen kein eigenes Promotionsrecht haben. Ein Kooperationsabkommen mit der University of West Scotland in Glasgow macht nun den Weg für eine Promotion vor Ort in Reutlingen frei. Mit dem Abkommen betritt die Fakultät bundesweit Neuland. Zeitgleich mit der Fakultät Informatik haben auch die Hochschulen in Hamburg und Kiel ein vergleichbares Abkommen mit der UWS geschlossen.


In Reutlingen ist erstmalig Promotion an einer  Hochschule möglich

Ins Rollen gekommen ist das Thema „Promotion an Hochschulen“ durch den Bologna Prozess. Zwar besitzen Hochschulen nach wie vor kein eigenes Promotionsrecht, doch die Master-Abschlüsse der Hochschulen berechtigen grundsätzlich zur Promotion. Für die Absolventen der Hochschulen ein Dilemma. Wer promovieren will, muss zu einer Universität wechseln. Allenfalls eine kooperative Promotion ist möglich, An der Fakultät Informatik wurden etwa kooperative Promotionen mit der Universität Leipzig durchgeführt. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit, die sozusagen ein Vorläufer der jetzt erreichten Promotionsmöglichkeiten ist.

Das Abkommen der Fakultät Informatik mit der University of West Scotland (UWS) geht einen bundesweit völlig neuen Weg, den zeitgleich auch die Hochschule Hamburg und Kiel mit einem ähnlichen Abkommen mit der UWS beschritten haben.


Zukünftig können qualifizierte Master-Absolventen ihr Promotionsstudium an der Fakultät Informatik absolvieren. Ausgewählt werden die Doktoranden durch Professoren der Fakultät Informatik. Sie übernehmen auch die Betreuung während der Promotion. Die abschließende Prüfung, das sogenannte Rigorosum, erfolgt durch eine gemeinsame Kommission der beiden Einrichtungen.

Ein eigenständiges Promotionsrecht hat die Fakultät mit diesem Abkommen allerdings nicht. Um an der Fakultät Informatik zu promovieren, müssen die zukünftigen Doktoranden zusätzlich an der UWS eingeschrieben sein. Außerdem erfolgt die Prüfung nach der Promotionsordnung der UWS.

Trotz dieser Einschränkungen beurteilt man das im letzten Jahr geschlossenen Abkommen an der Fakultät Informatik positiv, da es erstmals eine nahtlose Fortsetzung des Master-Studiums mit einer Promotion ermöglicht. Praktisch umgesetzt wird das Abkommen erstmalig zum Wintersemester 2010/11. Dann nehmen die ersten Doktoranden ihr Promotionsstudium an der Fakultät Informatik auf, zunächst im Bereich Wirtschaftsinformatik.

Um die erforderlichen wissenschaftlichen Standards für die angehenden Doktoranden zu schaffen, arbeitet die Fakultät eng mit der UWS zusammen. „Auch wenn es das Abkommen nicht zwingend vorschreibt, empfehlen wir unseren zukünftigen Doktoranden auch einen Teil ihrer Promotion in Glasgow an der UWS zu absolvieren,“ so Prof. Dr. Friedrich Laux. Er ist neben Prof. Dr. Alfred Zimmermann einer der Initiatoren des Kooperationsabkommens mit der UWS. Gleichzeitig sollen auch die vorhandenen Forschungsaktivitäten an der Hochschule weiter ausgebaut werden, um den Absolventen langfristig eine Promotion auf hohen wissenschaftlichen Niveau bieten zu können.

Geplant ist, vier Forschungsbereiche der Fakultät so auszubauen, dass sie den hohen wissenschaftlichen Standards einer Promotion genügen. Im Einzelnen sind dies:

 

  • Business & System Modeling (Prof. Dr. Dietmar Bönke)

  • Information Contexts & Business Intelligence (Prof. Dr. Fritz Laux – betreut die Inauguralpromotion des ersten Reutlinger Doktoranden)

  • Collaboration, Knowledge Systems & Management (Prof. Dr. Eckhard Ammann)

  • Enterprise & Software Architecture (Prof. Dr. Alfred Zimmermann)


Dass sich die Fakultät, trotz aller Schwierigkeiten und Anforderungen, damit auf dem richtigen Weg befindet, davon sind die Initiatoren überzeugt. „Es ist eine Chance und Herausforderung.“ Ähnlich beurteilt auch der Dekan der Fakultät Informatik, Prof. Dr. Dietmar Bönke die Situation. „Die hervorragenden Platzierungen im Hochschulranking, die Entwicklung des Management Cockpits und auch viele weitere Forschungen an der Fakultät zeigen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Dass wir den Studierende nun auch eine Promotion anbieten, ist ein weiterer logischer Schritt, der sicher noch viel von uns abverlangen wird“, so Bönke. Aber Herausforderungen sollten gerade für Wissenschaftler eher Ansporn als Abschreckung sein.

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