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Gesundheit | 08.01.2010 12:33  Drucker

Städtischen Krankenhaus Pirmasens öffnet neues Behandlungszentrum für Gefäßkrankheiten


Mit einer eigenen Klinik für Gefäßchirurgie begegnet das Städtische Krankenhaus Pirmasens seit dem Jahreswechsel einer steigenden Zahl von Patienten, die an Gefäßkrankheiten leiden. Die neue Abteilung steht unter Leitung von Chefarzt Dr. Martin Hartmann. Gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Georgios Adamidis, hatte der 45-Jährige bislang die Arbeit der Gefäßchirurgie am Städtischen Krankenhaus der Schuhmetropole verantwortet. Nach Auskunft von Krankenhaus-Geschäftsführer Dipl-oec. Martin Forster trage der Aufbau einer selbstständigen Gefäß-Klinik dazu bei, das chirurgische Angebot des Städtischen Krankenhauses weiter auszubauen und das Profil des Hauses in der Region zu schärfen:

 „Eine entsprechend spezialisierte Gefäßchirurgie setzt ein deutliches Zeichen für die medizinische Kompetenz des Städtischen Krankenhauses“, ist der Geschäftsführer überzeugt. Zudem werde die Klinik für zusätzliche Impulse in dem interdisziplinären Kompetenzzentrum für Gefäßkrankheiten am Städtischen Krakenhaus sorgen: Seit rund fünf Jahren arbeiten die Chefärzte der Kliniken für Allgemein- und Viszeralchirurgie, für Kardiologie und der radiologischen Abteilung in enger Abstimmung untereinander, mit Diabetes-Beraterinnern und niedergelassenen Ärzten, um eine möglichst umfassende Versorgung von Gefäßpatienten am Städtischen Krankenhaus sicher zu stellen. Mit Chefarzt Dr. Martin Hartmann sei es gelungen, einen ausgewiesenen Gefäß-Spezialisten für die Leitung der neuen Abteilung zu gewinnen, der zudem die Gegebenheiten der Arbeit am Städtischen Krankenhaus und in der Region kenne und schätzt.

Das bestätigt auch der langjährige Ärztliche Direktor und Facharzt für Viszeral- und Gefäßchirurgie des Hauses, Dr. Georgios Adamidis, der davon überzeugt ist, „dass die Uhr für Generalisten in der modernen Chirurgie abgelaufen ist.“ Die Spezialisierung für angehende Mediziner beginne schon im Studium. Mit umfassenden Weiterbildungsprogrammen sorgten die meisten Krankenhäuser dafür, dass das Wissen ihrer jungen Ärztinnen und Ärzte „auf der Höhe der Zeit bleibt“ und – so Dr. Adamidis – „manchmal ist das Glück dem Tüchtigen hold.“

Der Tüchtige ist  in diesem Fall Dr. Hartmann, der seit 1998 als Oberarzt wesentlich zu dem guten Ruf der Gefäßchirurgie am Städtischen Krankenhaus beigetragen hat. Seine gefäßchirurgische Ausbildung hatte der heutige Chefarzt im Klinikum Ludwigshafen begonnen. 1993 wechselte Dr. Hartmann an die Chirurgische Klinik des Städtischen Krankenhauses der Schuhmetropole. Kurz nach der Jahrtausendwende war Dr. Hartmann als Gesellschafter an einer Privatklinik für Gefäßerkrankungen in Mannheim tätig. Nachdem sich der anerkannte Facharzt für Gefäßchirurgie, Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie (Bauchorgane), Phlebologie (Venen, Krampfadern) und Proktologie (Enddarm-Erkrankungen) im Herbst 2009 gegen Angebote eines auswärtigen Krankenhauses entschieden hatte, stehe dem neuen Chefarzt nun alle Unterstützung für den Aufbau seiner eigenen Klinik zur Verfügung, unterstreicht Geschäftsführer Forster. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit der genannten Abteilungen sei es zudem möglich, die jeweils optimale Therapieentscheidung im Falle jedes einzelnen Patienten zu treffen.

Das Spektrum der Behandlungsformen reicht von der  internistisch-medikamentösen Therapie (Angiologie), über die Kathetertherapie zur Öffnung verschlossener Arterien (interventionelle Angiologie) bis hin zur operativen Wiederherstellung der Durchblutung (Gefäßchirurgie).  Neben den Gefäßen der Beine werden am Städtischen Krankenhaus Pirmasens auch die Gefäße der Arme, des Bauchraumes (Aorta, Nierenarterien) sowie der hirnversorgenden Arterien (Carotis) behandelt.

Von besonderem Wert in der Region sei die Arbeit von Dr. Hartmann auch im Blick auf die zunehmende Zahl von Diabeteserkrankungen. Der neue Chefarzt erklärt: „Diabetes mellitus schädigt den Stoffwechsel der Schlagadern. Es kommt zur Verdickung der Arterienwand und sehr häufig zu Ablagerungen, der so genannten Gefäßverkalkung (Arteriosklerose).“ Die Folgen sind verheerend, denn ist eine Schlagader blockiert fehlt dem dahinter liegenden Teil des Körpers der lebensnotwendige Sauerstoff. Wird diese Gefahr nicht rechtzeitig erkannt, sterben die unterversorgten Zellen ab. Eine Folge der Krankheit ist der gefürchtete „diabetische Fuß“.

„Auch Venenerkrankungen“, sagt Chefarzt Dr. Hartmann, „zählen zu den großen Volksleiden unserer Zeit.“ Auslöser der Krankheit sei meist eine angeborene Schwäche des Bindegewebes. In der Folge versagt die Ventil-Funktion von Verschlussklappen im Venensystem, die normalerweise dafür sorgen, dass das verbrauchte Blut zur Aufbereitung in Richtung des Herzens geleitet wird. Dr. Hartmann: „Durch das Versagen der Ventilfunktion kommt es zu einem krankhaften Rückfluss des Blutes in die Beine, der unter anderem dafür sorgt, dass die feinen Blutgefäße anhaltend geschwächt werden.“ Die Folge sind Hautveränderungen, Entzündungen, Wassereinlagerungen und – im schlimmsten Fall – ein „offenes Bein.“   Dr. Hartmann: „Unsere Gefäßpatienten kommen schon heute aus allen Teilen der Pfalz und dem angrenzenden Saarland. Eine spezialisierte Klinik für Gefäßmedizin am Städtischen Krankenhaus bildet nun einen wesentlichen Baustein im Ausbau der chirurgischen Versorgung auch jenseits der Grenzen unserer Region.“

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